SCO bringt Klage gegen Linux-User ein
Die SCO Group startet mit ihren angekündigten Klagen gegen Linux-User.
Nach Angaben von SCO-Chef Darl McBride will das Unternehmen am Dienstag eine Klage gegen ein Unternehmen einbringen. Um welche Firma es sich handelt, wollte der Manager nicht sagen, es sei aber ein bekanntes Unternehmen, so McBride.
Die Klage erfolge unabhängig von der Auseinandersetzung mit IBM, dem SCO Diebstahl von geistigen Eigentum und Vertragsbruch vorwirft, sagte McBride.
Das nunmehr verklagte Unternehmen verfügt bereits über eine Unix-Lizenz von SCO.
SCO reklamiert Urheberrechte über Teile des freien Betriebssystems für sich und will die Linux-User dafür zur Kassa bitten. So soll eine Lizenz für einen Einzel-Prozessor-Server 699 USD kosten.
"Linux-Lizenzen" dienen nur SpekulationKurstreiberei
Nach Ansicht des "President International Operations" von Red Hat, Alex Pinchev, dient der aktuelle Rechts- und Patentstreit von SCO mit der Linux-Gemeinde allein der Beflügelung des SCO-Aktienkurses:
"Wenn Sie sich SCO ansehen, wird klar: Das ist eine sterbende Firma. Die Klage bezieht sich auf die Verhältnisse von 1995 und 1996. Bereits seit 1991 gehen aber die Umsätze von SCO deutlich nach unten. Jetzt haben sie Klage eingereicht und daraufhin eine Menge Aktien verkauft".
Ein Blick auf die Kursentwicklung der SCO-Aktien zeigt für die Anfänge der Kampagne gegen Linux-User einen eindeutigen Anstieg des Aktienkurs. Seit Jahresanfang geht der Aktienkurs wieder zurück, derzeit mit leichter Aufwärtstendenz.
SCO-AktienkursVerträge von Gerichtsentscheid unbeeinflusst
Gleichzeitig hat SCO am Montag den Abschluss eines Lizenzvertrages mit EV1Servers.net bekanntgegeben. Dessen Chef Robert Marsh begründete den Abschluss der Vereinbarung mit "rein geschäftlichen Erwägungen". "Die Lizenz ist das, was unsere Kunden wünschen", erklärte Marsh.
EV1Servers.net hostet Websites, teilweise für Kunden, die diese wieder an ihre eigenen Klienten weiterverkaufen. "Mit dem Abschluss der Vereinbarung garantieren wir ein gewisses Ausmaß an Sicherheit", betonte der Manager.
Laut SCO-Chef McBride sei die Vereinbarung unwiderruflich. Für den Fall, dass die Forderungen von SCO von einem Gericht als unbegründet zurückgewiesen werden, gebe es kein Geld zurück, erklärte McBride.
