Indien als neuer Telekom-Hoffnungsmarkt
Der indische Subkontinent entwickelt sich zum begehrten Ziel für Telekom-Investoren und könnte in dieser Rolle China ablösen.
Wegen seiner niedrigen Penetrationsrate sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich kann das Land mit seinen mehr als eine Mrd. Einwohnern die nächste Investitionswelle in der Branche auslösen: "Investoren wissen, dass die indische Industrie enorme Wachstumsaussichten verspricht", meinte etwa Vijay Chopra, Telekom-Experte der ABN Amro-Bank bei einem Telekom-Meeting in Neu Delhi.
Dabei hinkt Indien derzeit noch hinter China hinterher. Im Telekomsektor des Subkontinents stecken geschätzt zwei Mrd. USD ausländisches Investitionskapital, während chinesische Firmen auf den internationalen Märkten bisher rund 20 Mrd. USD lukriert haben, erklärte Suresh Goyal, indischer Investmentchef der HSBC-Holding.
Ein Investment in China galt für Investoren als sichere Sache. "Die Gefahr, in China Geld zu verlieren, war gering, da das Business-Modell zwei monopolartige agierende Betreiber hervorgebracht hat", sagte der HSBC-Manager. Indien dagegen, das die Entwicklung dem freien Markt überließ, litt lange Zeit unter einer Fragmentierung des Marktes. Nachdem einige Betreiber wieder vom Markt verschwunden sind, habe auch der Subkontinent starke Player hervorgebracht, die nunmehr Investoren anlocken, erklärte der Banker.
China und Indien lassen Markt wachsenPotential
Die Entwicklungsaussichten gelten sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich als beachtlich. Während etwa China schon 277 Mio. Handyuser bzw. 270 Mio. Festnetz-Telefonierer vorweisen kann, gibt es in Indien erst 30 Mio. Mobilfunkkunden.
Das Land legt aber derzeit um zwei Millionen Nutzer pro Monat zu, wodurch der Subkontinent einer der weltweit am stärksten wachsenden Märkte ist. In den weiteren Ausbau will etwa der Provider IDEA Cellular neun Mrd. USD investieren.
Der Festnetzbereich gilt ebenfalls als äußerst entwicklungsfähig, gibt es derzeit doch pro 100 Einwohner erst drei Anschlüsse.
