13.04.2004

DEUTSCHLAND

Chipzulieferer Epcos will weiter auslagern

Der weltweit zweitgrößte Hersteller passiver Bauelemente für die Chipindustrie, Epcos, treibt die Verlagerung von Arbeitsplätzen und kompletter Geschäftszweige in Niedriglohnländer voran.

"Wir werden mehr und mehr Fälle haben, wo selbst die Geschäftsleitung nicht mehr aus Europa geleistet werden kann", so der Chef des deutschen Unternehmens, Gerhard Pegam. Seit Jahresbeginn werde deshalb eine Sparte für die Unterhaltungselektronik aus Singapur gesteuert.

In Deutschland, wo Epcos im Jahr 2000 noch 3.700 Mitarbeiter beschäftigte, sollen es in zwei bis drei Jahren weniger als 2.000 sein. Die Zahl der Jobs in China hat sich dagegen auf 3.200 verdoppelt.

In Österreich beschäftigt der Hersteller im steirischen Deutschlandsberg rund 1.450 Mitarbeiter, von denen nach letzten Plänen rund 100 bis Ende 2005 abgebaut werden sollen.

70 Prozent in Billiglohnländern

Bereits jetzt arbeiteten etwa 70 Prozent der rund 13.300 Mitarbeiter der früheren Siemens-Tochter in Ländern mit geringen Arbeitskosten. "Ich gehe davon aus, dass es in drei bis fünf Jahren mehr als 80 Prozent sein werden", so Pegam weiter.

Ein Umzug der Konzernleitung stehe dagegen derzeit nicht zur Debatte. "Solange wir noch zwei Drittel unserer Geschäfte in Europa tätigen, haben wir das nicht im Sinn. Würden wir morgen eine größere Akquisition in Asien tätigen, kann das schnell anders aussehen", sagte Pegam.

Pegam führte rein betriebswirtschaftliche Gründe an: Anders als die Chipbauer, bei denen die Arbeitskosten nur ein Zehntel der Gesamtkosten ausmachten, betrage der Anteil bei Epcos bis zu 40 Prozent.