EU-Navigationssystem erst ab 2009
Das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo soll nach den aktuellen Plänen von Galileo Industries jetzt bis spätestens Anfang 2009 arbeiten - bisher war man von 2008 ausgegangen.
Firmenchef Günter Stamerjohanns sagte am Montag auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung [ILA] bei Berlin, nach den Plänen der Partnerfirmen aus fünf EU-Ländern solle im Oktober 2005 der erste Testsatellit gestartet werden. Später soll das System einmal 30 Satelliten umfassen.
Stamerjohanns sagte, Galileo werde genauer, zuverlässiger und besser verfügbar sein als das aktuelle Navigationssystem GPS, das von den USA zunächst für rein militärische Zwecke entwickelt worden war. Galileo sehe sich aber nicht als Konkurrenz zu GPS, sondern als Ergänzung.
Galileo zwischen US-Militär und EuropolEignerstruktur
An der Galileo Industries GmbH mit Sitz in Ottobrunn bei München halten derzeit die EADS Astrium Gmbh, die EADS Astrium Ltd & GSS, Alcatel Space und die italienische Alenia Spazio jeweils 21,5 Prozent der Anteile.
Spanische Unternehmen sind mit 14 Pozent beteiligt. Hinzu kommen soll noch die französische Thales. Derzeit beschäftigt Galileo etwa 80 Spezialisten in Ottobrunn und Rom, dem zweiten Hauptquartier.
Stamerjohanns sagte unter Berufung auf Studien, durch das neue Navigationssystem, das zur Steuerung des Luft-, Straßen- und Seeverkehrs dienen soll, könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze entstehen.
