Österreichs IT-Jobmarkt soll wachsen
Bis 2005 soll der österreichische Arbeitsmarkt für IT- und Telekomberufe um fünf bis 15 Prozent zulegen.
Dies erklärte am Mittwoch der Leiter der Abteilung Telekommunikation, Information und Medien an der Donau-Universität Krems, Johann Günther. Besonders große Nachfrage werde es nach Experten für E-Business und IT-Netzwerktechniker geben.
Laut dem Technischen Direktor des Mobilfunkers T-Mobile Austria, Günther Ottendorfer, würden alleine in seinem Unternehmen im Monat 30 bis 50 Stellen neu besetzt. Ihnen stehen allerdings monatlich 1.200 bis 1.600 Bewerbungen gegenüber.
Mobilfunkbranche dicht
Allzu große Hoffnungen auf einen Job in der Mobilfunkbranche
sollte man sich aber ohnehin nicht machen. T-Mobile hatte erst
kürzlich erklärt, indirekt Mitarbeiter abzubauen, indem nicht alle
freiwerdenden Jobs nachbesetzt werden.
Sozialplan für One-MitarbeiterMehr Projektorientierung
Die Chefin des IT-Lösungsanbieters Nextira One Austria [ehemals Alcatel e-business], Margarete Schramböck, betonte, dass die zentralen Anforderungen an Spitzenkräfte "vernetztes Denken und Problemlösungsfähigkeit mit strategischem Weitblick seien", was sich besonders gut in einer Post Graduate-Ausbildung lernen lasse.
Wer sich aber von einer Zusatzausbildung einen unmittelbaren Gehaltssprung erwarte, sei auf dem "Holzweg", so Schramböck. Sie rief die Studierenden auf, ihre Karriere nicht mehr linear - "Gruppenleiter, Abteilungsleiter, Geschäftsführer" - zu planen, sondern zu versuchen, sich in Projekten zu profilieren.
Weiterbildung wichtig
Günther erklärte, dass das Einkommen nicht mehr alleine die
zentrale Motivation am Arbeitsplatz sei, mittlerweile würden
Zufriedenheit einen ebenso hohen Stellenwert einnehmen, und diese
würde steigen, wenn durch Weiterbildung neue Betätigungsfelder
entstehen.
SAP will 1.500 Entwickler in IndienNichts hält Uni-Professor Günther von der Meinung des Wirtschaftsberaters von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Böhler-Uddeholm-Generaldirektor Claus Raidl, der kürzlich staatlich subventionierte Niedriglöhne statt einer Bildungsoffensive zur Lösung des Arbeitslosenproblems gefordert hatte.
Günther betonte, genau das Gegenteil müsse getan werden und verwies darauf, dass zahlreiche Arbeitnehmer sich weiterbilden würden, ohne das ihrem Chef zu sagen.
