Papierdünne Kameras für Chipkarten
Forscher vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik [IOF] haben ein ultraflaches Kamerasystem entwickelt, das ähnlich wie die Facettenaugen von Insekten funktioniert.
Ein Prototyp des Kamerachips ist dünner als 0,4 Millimeter.
Ziel der Entwicklung sind all jene Anwendungen, in denen die aufklebbaren Sensorhäute ihre geringe Stärke ausspielen können.
Bereits jetzt werden sie wie Chips auf Wafern gefertigt. Das ist laut IOF eine wesentliche Voraussetzung, um sie in Zukunft kostengünstig herstellen zu können.
In Kreditkarte integrieren
Das Linsensystem soll nun mit Empfänger-Arrays verbunden werden.
Zusammen mit einem CMOS-Chip wäre Optik samt Elektronik so flach,
dass sie sich in eine Chipkarte mit 0,8 Millimeter Stärke
integrieren ließen. "Sieht" eine Kreditkarte dann, dass sie von
einem Fremden benutzt wird, könnte sie den Geldtransfer verweigern.
Fraunhofer IOFWeites Bildfeld
Wie bei Insekten mit vielen hundert Einzelaugen besteht die Kamera aus vielen Facetten, die jeweils aus Linse und Fotozelle bestehen und einen Winkel der Umwelt filmen. Rechnerisch entsteht daraus das Gesamtbild.
Zwar lässt sich damit keine hohe optische Auflösung erzielen, doch zur Personenerkennung soll es reichen. Eine derartige Kamera könnte extrem flach gebaut werden und ein weites Bildfeld erfassen.
Kameras mit herkömmlicher "Säugetieroptik" - etwa solche, die in Mobiltelefone eingebaut werden - haben mindestens eine Länge von sieben Millimetern.
