"Sasser"-Autor fürchtet verpatztes Leben
Der 18-jährige Programmierer des Wurms "Sasser" hat sich im Interview mit dem deutschen Magazin "Stern" erstmals zu seinen Taten geäußert.
"Ich habe Angst, dass mein Leben im Eimer ist", so der 18-jährige Sven J. zu "Stern". "Wie soll ich denn alles zahlen, wenn viele Klagen kommen? Ich kann mich doch nur bei allen entschuldigen."
Im Interview mit Stern erzählt J., der seine Lehre am liebsten bei einer Firma für Sicherheitssoftware absolvieren würde, auch die Entstehungsgeschichte des Virus.
Begonnen habe alles Anfang Februar gemeinsam mit einem Freund und der Idee zu einem Anti-Wurm, der infizierte Rechner von dem Schädling "Mydoom" befreien sollte.
Genau dieser Freund, der schließlich doch nicht mitmachte, "weil es ihm zu schwer war", sollte J. drei Monate später für eine Belohnung von 250.000 Dollar an Microsoft verraten.
Das Interview bei stern.de"Habe nichts anderes mehr gemacht"
Den ersten Wurm "Netsky" [von J. noch namenlos auf den Weg geschickt und später von den Anti-Viren-Herstellern benannt] erstellte er binnen drei Wochen und verbrachte dabei bis zu zehn Stunden pro Tag im Zimmer im Keller seines Elternhauses am Computer.
29 Varianten schrieb er bis April, die sich immer besser verbreiteten.
"Ich habe nichts anderes mehr gemacht", zitiert der "Stern" den Auszubildenden. "Meine Klasse fand mich toll."
"Netsky" am Ende des Alphabets angelangtZuerst Stolz, dann Panik
Ab Ende März bastelte J. schließlich an einem neuen Virenkapitel, das die PCs nun infizieren sollte. Erst die zweite, dritte Version des "Sasser"-Wurms verbreitet sich - dann aber richtig.
Weltweite Schadensmeldungen machen in den Medien die Runde, J. gerät in Panik.
Am 6. Mai löscht er laut "Stern" Teile seiner Festplatte und verschlüsselt die Virenskripte.
Doch der "Freund" hat einem Microsoft-Mitarbeiter bereits den Namen von J. gesteckt. Am nächsten Tag wird er festgenommen.
J. besucht nach wie vor die Schule und trifft dort jeden Tag auf den Freund, der ihn verraten hat. "Was soll ich schon machen", sagt Sven dem "Stern". "Zusammenschlagen werde ich ihn bestimmt nicht."
"Sasser"-Autor festgenommen
