17.06.2004

"STERN"

"Sasser"-Autor fürchtet verpatztes Leben

Der 18-jährige Programmierer des Wurms "Sasser" hat sich im Interview mit dem deutschen Magazin "Stern" erstmals zu seinen Taten geäußert.

"Ich habe Angst, dass mein Leben im Eimer ist", so der 18-jährige Sven J. zu "Stern". "Wie soll ich denn alles zahlen, wenn viele Klagen kommen? Ich kann mich doch nur bei allen entschuldigen."

Im Interview mit Stern erzählt J., der seine Lehre am liebsten bei einer Firma für Sicherheitssoftware absolvieren würde, auch die Entstehungsgeschichte des Virus.

Begonnen habe alles Anfang Februar gemeinsam mit einem Freund und der Idee zu einem Anti-Wurm, der infizierte Rechner von dem Schädling "Mydoom" befreien sollte.

"Habe nichts anderes mehr gemacht"

Den ersten Wurm "Netsky" [von J. noch namenlos auf den Weg geschickt und später von den Anti-Viren-Herstellern benannt] erstellte er binnen drei Wochen und verbrachte dabei bis zu zehn Stunden pro Tag im Zimmer im Keller seines Elternhauses am Computer.

29 Varianten schrieb er bis April, die sich immer besser verbreiteten.

Zuerst Stolz, dann Panik

Ab Ende März bastelte J. schließlich an einem neuen Virenkapitel, das die PCs nun infizieren sollte. Erst die zweite, dritte Version des "Sasser"-Wurms verbreitet sich - dann aber richtig.

Weltweite Schadensmeldungen machen in den Medien die Runde, J. gerät in Panik.

Am 6. Mai löscht er laut "Stern" Teile seiner Festplatte und verschlüsselt die Virenskripte.

Doch der "Freund" hat einem Microsoft-Mitarbeiter bereits den Namen von J. gesteckt. Am nächsten Tag wird er festgenommen.