Linux als Chance für den Wiederaufbau
Auch wenn der IT-Sektor im Irak aufgrund der politischen Ereignissen der letzten Jahre nicht sehr ausgeprägt ist, zeichnet sich ein Trend zum Aufschwung ab.
In den Souks von Bagdad sind Rechner schon für 150 Dollar zu kaufen.
Illegale Kopien von proprietärer Software [vor allem Microsoft] sind fast überall erhältlich, deshalb ist ein Computer derzeit für die meisten irakischen Nutzer gleichbedeutend mit dem Windows-Betriebssystem.
Open-Source-Software ist hingegen schwieriger zu bekommen.
Zwei irakische Studenten haben vor knapp einem Jahr die "Iraqi Linux User Group" ins Leben gerufen, um bei den "neuen" Nutzern ein Bewusstsein für Open Source aufzubauen und über die Anwendungsmöglichkeiten zu informieren.
GSM-Netz seit Februar
Das erste für Privatkunden nutzbare Mobilfunknetz im Irak steht
seit Ende Februar: Aufgebaut haben es der ägyptische Orascom-Konzern
und der französische Telefonausrüster Alcatel.
Erstes GSM-Netz im Irak stehtZiel: Alle Server unter Linux
Sie glauben, dass Linux dem Irak in Zukunft viel Geld ersparen kann, weil Unternehmen mit Open Source ihre eigenen Technologien entwickeln könnten.
Zu diesem Zweck halten sie Linux-Seminare an irakischen Universitäten und wollen mit Hilfe von Exil-Irakern ein Linux-Training-Center in Bagdad aufbauen.
Bis Open Source aber flächendeckend eingesetzt werden kann, muss sich die Grundstruktur stabilisieren. Fehlende Sicherheit, Stromknappheit, schlechte Kommunikation und Geldprobleme sind nur einige Hindernisse, die sich dabei auftun.
Trotzdem hat die Linux User Group hochgesteckte Ziele: Innerhalb eines Jahres sollen alle irakischen Server unter Linux laufen.
Internet-Nutzung im Irak
Seit der britisch-amerikanischen Okkupation gibt es in Bagdad
zahlreiche Internet-Cafes, in denen man schon für einen Dollar pro
Stunde unzensuriert im Netz surfen kann.
Irak-Bericht der "Reporter ohne Grenzen"Erlaubnis für Linux-Distributionen
Nach Angaben der Initiatoren der Linux User Group müsste eigentlich derzeit jeder, der eine Linux-Distribution in den Irak schickt, die Erlaubnis des Department of Commerce einholen.
Grund dafür sei eine starke Verschlüsselung in Linux-Systemen, die nach Ansicht der Amerikaner auch für terroristische Zwecke missbraucht werden könnte.
Für Microsoft-Produkte und Suns Solaris braucht es hingegen keine Sondergenehmigung.
Iraqi Linux User Group
