US-Gericht erlaubt Mail-Lauschangriff
In einem langwierigen Online-Abhörprozess hat ein US-Gericht am Donnerstag sein Urteil verkündet: Demnach ist es offenbar erlaubt, E-Mails von Kunden abzufangen.
Konkret hatte das Unternehmen Interloc, das sich auf Geschäfte mit Literatur spezialisiert hatte, die Mails seiner Kunden automatisch nach Angeboten der Konkurrenz gescannt. Dabei ging es um Mails von Amazon.com, die an Kunden mit Mail-Accounts bei Interloc geschickt wurden.
Automatisch kopiert und gespeichert
Vizepräsident Branford C. Councilman hatte seine Techniker
instruiert, entsprechenden Code für diese Funktionen zu schreiben.
Alle Mails von Amazon an Interloc-Kunden, bei denen es sich um
Händler für seltene und vergriffene Bücher handelte, wurden
automatisch kopiert und gespeichert.
CIA zeigt ausgefallene Spionage-ToolsIn einer 2-zu-1-Entscheidung hielt ein Berufngsgericht in Boston die Entscheidung eines Richters aus dem letzten Jahr aufrecht, die Anklage wegen Abhörens fallen zu lassen.
Die Electronic Frontier Foundation sprach von einem "Schlag ins Gesicht für die Privatsphäre der Online-Kommunikation".
Auch ein Berufungsrichter ist ähnlicher Meinung. Richter Kermit V. Lipez merkte an, dass ein Fallenlassen der Anklage "Jahrzehnte praktizierter Rechtsprechung und Präsedenzfälle außer Kraft setzen" würde und "das Gesetz gegen Abhören praktisch irrelevant" mache.
