"Soft at Home" vs. Microsofts IPTV

Internet-TV
20.02.2008

Orange, Thomson und Sagem wollen mit einer gemeinsamen Plattform für digitale Inhalte namens "Soft at Home" Microsofts IPTV-Plattform herausfordern.

Der franzöische Telekommunikationsanbieter Orange [France Telecom], Sagem und Thomson gründeten am Mittwoch ein gemeinsames Unternehmen, dessen Software "Soft at Home" eine Verbindung zwischen Fernsehern, Empfängern für Internet-TV, Telefonen und anderen elektronischen Geräten ermöglich soll.

Thomson und Sagem wollen die Software der Vereinbarung entsprechend in ihre Hardware integrieren. Orange will die neue Hardware bereits 2008 zum Einsatz bringen.

"Unsere Standards werden besser"

Die Software soll im dritten oder vierten Quartal zunächst in Frankreich auf den Markt kommen und später zum Industriestandard werden. In weiterer Folge soll sie auch an andere Firmen lizenziert werden.

"Unsere Standards werden die Anforderungen der Telekomanbieter besser erfüllen als andere Produkte", sagte ein Sprecher von Orange mit Verweis auf Microsofts IPTV-Plattform.

Open Source gegen Microsoft

Die Plattform soll laut Berichten Open Source sein und etwa die Annahme eines Telefonanrufs über die TV-Fernbedienung und das Darstellen von auf dem PC gespeicherten Fotos auf dem TV-Bildschirm ermöglichen.

Zur Investitionssumme wurden keine Angaben gemacht. Das Unternehmen soll bis zu 80 Mitarbeiter haben, wobei die France Telecom [deren Hauptmarke Orange ist] 60 Prozent, Sagem und Thomson jeweils 20 Prozent der Anteile halten.

Microsoft hat in den vergangenen zwei Jahren umfangreich in die Technologie für Fernsehen über das Internet [IPTV] investiert. Zu Microsofts Lizenznehmern gehören unter anderen die Deutsche Telekom, AT&T und die BT Group.

France Telecom ist seit rund einem Jahr Mitglied des Open IPTV Forums, das einen weltweiten einheitlichen Standard für mehr Interoperabilität bei IPTV anstrebt. Dem Forum gehören auch unter anderem auch Siemens, Sony, Samsung, Philips und die Telecom Italia an.

(Reuters | AFP)