Philips dementiert weiteren Stellenabbau
Bei Philips Österreich sollen am Standort Wien einem Magazinbericht zufolge 400 Jobs in der Lautsprecher-Fertigung wackeln. "Das Schließen dieser Favoritner Produktionsstätte ist nur mehr eine Frage der Zeit", wurden hochrangige Philips-Kreise in der neuesten Ausgabe von "Format" zitiert.
Philips-Österreich-Sprecherin Beate McGinn dementierte den Bericht am Freitag: "Das ist ein Gerücht, das jeder Grundlage entbehrt."
Wie "Format" schreibt, spreche für das "Schreckensszenario", dass es bereits jetzt in Peking eine mit dem Wiener Werk völlig idente Fabrik gibt, die die vorrangig für Handys verwendete Lautsprecher-Bauteile herstellt - wesentlich billiger als in Österreich.
Philips Österreich stellte mögliche Schließungspläne für die Handy-Lautsprecherproduktion in Wien entschieden in Abrede. Sprecherin McGinn sagte: "Es ist kein Thema." Die Fabrik sei "vollautomatisiert und einzigartig auf der Welt", Wien gelte durch sie als "Mekka der Akustik in der ganzen Telekom-Industrie".
Philips setzt in Österreich rund eine Milliarde Euro um, 90 Prozent der im Inland erzeugten Produkte gehen in den Export. In Österreich beschäftigt der holländische Elektronikkonzern knapp 2.200 Mitarbeiter, davon 1.540 in Wien, 450 in Klagenfurt und rund 180 im steirischen Gratkorn. Zuletzt waren kurz vor Weihnachten Kündigungen [per Ende Februar] ausgesprochen worden, die 100 Mitarbeiter der Audio/Video-Entwicklung in Wien betreffen.
Philips baut weiter Arbeitsstellen abHälfte der Handy-Lautsprecher aus Wien
Die Hälfte aller weltweit verkauften Handys [2004 rund 700 Mio.] ist mit Lautsprechern von Philips Österreich ausgestattet.
Jedes Jahr würden mehrere Millionen Euro investiert, Mitte 2005 werde eine neue Produktionslinie in Betrieb genommen. Für den Standort Wien, so McGinn, gebe es daher "längerfristige Strategien".
Die PSS-Tochterfabrik in Peking, gegründet im Jahr 2001, steuert Philips von Wien aus. Personalkostenvorteile gebe es keine, betonte McGinn, weil so wie in Wien vollautomatisiert produziert werde. Peking produziere für den asiatischen Markt, Wien für den europäischen und amerikanischen Markt.
