Digitales Pager-Netz für Blaulicht-Funk
Nach Einstellung des ÖPR genannten [Öffentlicher Personen Ruf] analogen Pager-Dienstes der Telekom im Jahr 2002 waren die Rettungskräfte gezwungen, auf das überalterte eigene Funknetz oder auf Handys auszzuweichen.
Nun wird ein neues flächendeckendes Pagernetz unter dem Projektnamen "Digitalpaging SPS Austria" aufgebaut.
Das erste satellitenbasierende Pagingnetz Österreichs nach dem Standard POCSAG [Post Office Code Standardization Advisory Group] wird bis Sommer 2005 flächendeckend in ganz Niederösterreich, Wien und Teilen des Burgenlandes aufgebaut sein.
Der vor gut dreißig Jahren definierte POCSAG Standard definiert das zum Encoden benutzte Format und die Übertragungs-Standards. Die Modulation erfolgt durch durch binäres Frequency Shift Keying [FSK] um plus oder minus 4,5 Khz im so genannten NRZ-Verfahren: die höhere Freqenz ist Null, die niedrigere ist eins. Die Übertragungsraten belaufen sich von 512 bit/sec pro Sekunde bis 2400 bit/sec.
Die Mobilkom hatte ihr 1974 installiertes, analoges Pager-Netz am 1. Oktober 2002 stillgelegt. Unter den damals noch aktiven 15.000 Kunden im Pagingnetz waren unter anderem die Blaulicht-Dienste.
Paging-Netz geht off AirFlächendeckend in Ostösterreich
Über das Pagernetz werden täglich bis zu 3.800 Einsätze für Rettungsfahrzeuge und Notarztwagen vom Arbeitersamariterbund und Rotem Kreuz Niederösterreich, sowie die Christophorus-Notarzthubschrauber der ÖAMTC-Flotte alarmiert. Aufgrund der Übermittlung via Satellit kann die Alarmierung sehr rasch erfolgen.
Da das Pagernetz auch über externe Schnittstellen unabhängig vom Einsatzleitsytsem angesteuert werden kann und genügend Kapazität vorhanden ist, wird es auch externen Kunden und Firmen angeboten.
Somit steht in Ost-Österreich nun wieder ein flächendeckendes Pagingnetz der neuesten Generation zur Verfügung. Ob auch in anderen Bundesländer ausgebaut wird, ist noch offen.
Pagernetz.at
