20.04.2005

KOLPORTIERT

Neue Mobtel-Option für die mobilkom

Wie "The Deal" in seiner Internet-Ausgabe berichtet, soll der österreichische Geschäftsmann Martin Schlaff als Zwischenhändler für die von der mobilkom angepeilte Übernahme der serbischen Mobtel eingespannt werden.

Mobilkom-Vorstand Hannes Ametsreiter wollte das gegenüber dem "WirtschaftsBlatt" [Mittwoch-Ausgabe] "weder bestätigen, noch dementieren".

Der Belgrader TV-Sender "B-92" hatte letzte Woche berichtet, dass die mobilkom unmittelbar vor der Übernahme der Mobtel stehe. Die mobilkom wollte den Bericht nicht kommentieren, sagte aber, dass sie "mit der Entwicklung der Gespräche zufrieden" sei. Unmittelbarer bevorstehen soll ein Abschluss dem Vernehmen nach aber noch nicht.

Komplizierte Besitzverhältnisse

Probleme in den Verhandlungen haben vor allem die unklaren Beteiligungsverhältnisse bei der Mobtel gemacht. "Dass die Eigentümerstruktur schwierig ist, kann ich bestätigen", so Ametsreiter.

Die BK-Gruppe der Unternehmerfamilie Karic beansprucht 51 Prozent der Mobtel-Anteile für sich - laut einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Expertengutachten sollen allerdings 58 Prozent der Anteile der staatlichen Post PTT gehören.

Die mobilkom wollte laut ihrem Chef Boris Nemsic zuletzt mit einem Angebot zur Komplettübernahme des Unternehmens punkten. Laut "The Deal" könnte nun Schlaff zunächst derjenige sein, der die Mobtel zunächst komplett übernimmt und dann an die mobilkom weiterverkauft.

In Zeitungsberichten war Schlaff bereits im Februar als potenzieller Käufer für die Mobtel gehandelt worden. Analysten beziffern den Wert der Mobtel laut "The Deal" mit 800 Mio. bis eine Milliarde Euro.