Satellitennavigation für Luchse
Im Rahmen eines Forschungsprojekts in Bayern werden Luchse mit GPS-Halsbändern ausgestattet. Ein Luchs namens Milan liefert den Forschern bereits seit eineinhalb Monaten Daten, vermeldete das bayerische Umweltministerium am Donnerstag.
Bis zu vier Mal täglich erhalten die Luchsexperten per SMS bis auf zehn Meter genau die Standortdaten des Tieres. Der Luchs-Kater hatte sich gewissermaßen selbst für das Projekt gemeldet. Von einschlägigen Gefühlen getrieben war Milan zu einem Luchs-Weibchen ins Freigehege des Bayerwald-Nationalparks gesprungen - dort handelte er sich den Sender ein. Als wahrer Marathonläufer habe Milan in sechs Wochen 260 Kilometer zurückgelegt und ein Gebiet von 33.000 Hektar durchlaufen, hieß es aus dem Münchener Umweltministerium.
In einer einjährigen Versuchsphase soll die neue Technik zur Luchsverfolgung mit einem zweiten Tier getestet werden. Dazu muss in den nächsten Wochen freilich erst ein zweiter Luchs mit einer Lebendfalle gefangen werden.
Das Handy - auf den Hund gekommenRaster und Planquadrat
Als nächstes sollen sechs Luchse und zehn Rehe mit GPS-Sendern versehen werden. So soll herausgefunden werden, ob die Rehe aus ihren Revieren flüchten, wenn die Großkatzen auftauchen.
Die Auswertung aller erfassten Daten erfolgt jährlich, dabei werden die Meldungen auf einem 10 mal 10 Km großen Raster aufgetragen.
1-4 Daten pro Rasterquadrat pro Jahr gelten als "irreguläres Vorkommen", vier und mehr Daten als "reguläres Vorkommen". Befinden sich Hinweise auf erfolgreiche Fortpflanzung unter den Daten, werden diese Quadrate als "bestätigte Fortpflanzung" gewertet. Alle Quadrate werden dann auf Karten aufgetragen und farbig unterschiedlich gekennzeichnet.
Bereits in den vergangenen Jahren sind in Bayern und Tschechien mehrere Luchse mit telemetrischen Halsbändern versehen worden. Von den vier im Freistaat mit Sendern ausgestatteten Luchsen sind zwei verschollen und ein weiterer von Wilderern erschossen worden, nur Kater Don liefert noch Daten.
Das Luchsprojekt
