Räumliches Stadtmodell in kürzester Zeit
Die Erstellung fotorealistischer 3-D-Modelle ganzer Städte wollen Forscher der University of California in Berkeley nun vereinfachen.
Mussten für derartige Virtual-Reality-Abbildungen bisher immer Plandaten und zweidimensionale Bilder händisch zusammengestellt werden, übernimmt das neue automatisierte System namens "Virtualised Reality" nun diese Aufgabe.
Statt mehrerer Monate soll die Erstellung eines detailierten städtischen Modells damit nur noch eine Stunde benötigen.
Zur Anwendung kommen soll die Visualisierungslösung mit verbesserter Vermessungstechnik vorerst im militärischen Bereich bei der Eroberung feindlichen Territoriums.
Später soll die schnelle Kartenerstellung auch Hilfsorganisiationen, Städteplanern und einfach nur Touristen zu Gute kommen.
Details bei der University of CaliforniaLaser und Kameras vermessen Straßen
Bei dem neuen System werden die Straßenzüge mittels Laser und Digitalkameras, die an einem Truck oder einem Flugzeug montiert sind, gescannt.
Der Laser misst dabei die Entfernung der einzelnen Objekte zueinander, wie etwa Laternenmasten und Gebäudefassaden, während die Digitalkamera zweidimensionale Fotos schießt.
Ein weiterer Laser berechnet die Bewegungen des mit den Messgeräten ausgestatteten Fahrzeugs und vergleicht die aktuelle Position mit den im Flugzeug gesammelten Laser-Flächenscans.
Anschließend wird ein Computer mit allen Daten und Fotos gefüttert. Dieser kombiniert die einzelnen Ansichten zu einem fotorealistischen 3-D-Modell des vermessenen Gebietes.
Projektleiterin Avideh Zakhor hat mit ihrem Team bereits ein Modell der Innenstadt von Berkeley in insgesamt viereinhalb Stunden - 26 Minuten Fahrzeit plus vier Stunden Datenverarbeitung - erstellt.
Website von Avideh ZakhorAnwendungsgebiete
Wie so oft wird das System zuerst bei der US-Armee, welche die Forschung finanziell unterstützt hat, zum Einsatz kommen.
Ganze Schwärme an unbemannten Fahrzeugen sollen dabei durch die Straßen ziehen und diese vermessen. Zudem wird an einer weiteren Beschleunigung gearbeitet, die dann die Echtzeit-Visualisierung ermöglichen soll.
Auch bei Naturkatastrophen wäre die schnelle 3-D-Modellierung von Vorteil, um den Einsatz der Hilfsorganisationen besser zu koordinieren und mittels Simulationen optimal auf die Gegebenheiten abstimmen zu können.
Die Forscher arbeiten zudem an einem System zur schnellen Erstellung von 4-D-Modellen, bei der Laser und Digitalkameras von einem Boxmatch bis zur Ballet-Performance alles aufzeichnen und in ein bewegtes 3-D-Modell packen sollen.
