Siemens geht Schweigegeldverdacht nach
Mehrere Verdachtsfälle aktenkundig
Die neue Siemens-Spitze geht nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" dem Verdacht nach, dass in dem Konzern in der Vergangenheit Korruptionsdelikte wiederholt mit Schweigegeld vertuscht worden seien. Anlass dafür seien entsprechende Aussagen früherer Manager bei der Staatsanwaltschaft, berichtet die Zeitung.
Zahlreiche Verdachtsfälle
Zudem gebe es weitere Hinweise, die diesen Verdacht erhärteten. Bei der Staatsanwaltschaft seien mehrere Verdachtsfälle aktenkundig. Der Anti-Korruptionsbeauftragte von Siemens, Andreas Pohlmann, sagte der "SZ" dazu, "wir prüfen alles und in jede Richtung".
Schadenersatzansprüche werden geprüft
Der Konzern untersucht den Angaben zufolge auch, ob die in solchen Fällen ausgegebenen Beträge zurückgefordert werden können - sei es von den eigenen Managern oder den Empfängern des Geldes. "Siemens prüft prinzipiell immer Schadenersatzansprüche", sagte ein Konzernsprecher der Zeitung.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten wegen schwarzer Kassen und weltweiter Korruptionsdelikte bei Siemens. In dem Konzern kam ein umfangreiches System ans Licht, mit dem seit Mitte der 90er Jahre Aufträge im Ausland mit illegalen Zahlungen an Land gezogen wurden.
(APA | AFP)
