IBM legt "Cell"-Prozessor offen
IBM setzt für die Verbreitung seines neuen Superchips "Cell" auf die Offenlegung des Quellcodes und das Betriebssystem Linux.
"Je größer die Entwicklergemeinde ist, umso erfolgreicher wird das Projekt sein", sagte IBM-Manager Jim Kahle.
Der Quellcode von "Cell" soll Software- und Hardware-Entwicklern zur freien Verfügung gestellt werden, teilte IBM mit. Auf dieser Basis könnten andere Unternehmen weitere Anwendungen für "Cell" entwickeln, ohne eine Geheimhaltungsverpflichtung einzugehen, hieß es. Damit will IBM die breite Nutzung des Chips forcieren.
Zwar liegen bis jetzt noch keine näheren Angaben zu technischen Details vor, es ist davon auszugehen, dass mit "Source Code" jene Software gemeint ist, mit Hilfe derer das Prozessordesign erstellt wurde.
In einem Forschungszentrum in Poughkeepsie [US-Bundesstaat New York] bietet IBM bereits jetzt seinen Kunden eine Simulationsumgebung an, in der die Leistung des Chips für potenzielle Einsatzgebiete getestet werden kann.
Ein Testcenter für den "Cell"-ChipEigene Linux-Distro für "Cell"
Den Superchip "Cell" will zum Beispiel Sony in seiner nächsten Spielekonsole PlayStation 3 nutzen, die im Frühjahr 2006 auf den Markt kommen soll.
Der Chip mit acht Kernen soll Leistungen von bis zu 16 Teraflops [Billionen Rechenschritte in der Sekunde] erbringen, die bisher Supercomputern vorbehalten waren.
Noch in diesem Sommer sollen weitere Dokumentationen sowie eine auf "Cell" angepasste Version des freien Betriebssystems Linux veröffentlicht werden.
IBM sowie die Mitentwickler Sony und Toshiba erhoffen sich vor allem, im Bereich der digitalen Unterhaltung mit dem neuen Chip das Quasimonopol des Chipherstellers Intel zu brechen.
Anfang der Woche hatte IBM mit Apple allerdings einen Prestigekunden an den Chipgiganten verloren.
Apple setzt auf Intel-Chips
