Pokerturnier für Software-Roboter
Texas Hold 'Em - mittlerweile die beliebteste Form von Poker - zieht bereits Millionen von Spielern in die Online-Casinos. Mit den Spielen kommen auch Entwickler, die hoffen, durch ausgefeilte Poker-Programme ihre Mitspieler abzuzocken.
Eine ganze Subkultur hat sich mittlerweile um Poker-Software gebildet - einer der Veteranen ist Jonathan Schaeffer, Professor an der University of Alberta. Er beschäftigt sich seit 14 Jahren mit Poker-Software.
100.000 Dollar Preisgeld
Das Online-Casino GoldenPalace.com sponsert nun 100.000 Dollar
Preisgeld, die demjenigen winken, dessen Poker-Software das Turnier
gewinnt. GoldenPalace.com, bekannt durch den Kauf des
Maria-Sandwiches und die Ersteigerung von Namensrechten an einem
Säugling, will durch das Turnier seinen Bekanntheitsgrad steigern.
Europäer suchen ihr Glück im NetzJahrelange Entwicklungsarbeit
Für die Entwickler steckt mehr dahinter: Teils seit Jahren verbringen sie Nacht um Nacht damit, ihre Programme zu verfeinern und ihnen das Gewinnen beizubringen. Anders als bei Schach und Backgammon gibt es nicht "die beste" Spielweise. Der Computer muss eine Reihe von vagen Hinweisen erkennen, um langfristig besser als seine menschlichen Mitspieler zu sein.
Bei den Online-Casinos sieht man die Poker-Programme, auch "Poker-Bots" genannt, nicht so gerne. Schon jetzt können gute Programme schwächere Mitspieler nach Strich und Faden abzocken, was der Reputation der Casinos schadet.
Topprogramme erst in 20 bis 30 Jahren
Gegen starke menschliche Gegner haben die Poker-Bots aber
allesamt noch keine Chance. Schaeffer ist der Überzeugung, dass erst
in zwei bis drei Jahrzehnten Poker-Bots konsistent menschliche
Gegner schlagen können.
Internet beschert Lotterien satte GewinneDerzeit können die Bots zwar auf Millionen alter Daten zurückgreifen, um ihre Züge zu planen. Doch in der Einschätzung der aktuellen Gegner - einer der Knackpunkte eines erfolgreichen Poker-Spiels - sind sie noch im Hintertreffen. Schaeffers Programm ist noch eines der schnellsten - und benötigt dennoch mindestens 50 Spiele, um eine Person "einschätzen" zu können.
