Online-Casino als Börsen-Schwergewicht
Beim größten Londoner Börsengang seit fünf Jahren hat der Online-Glücksspielanbieter PartyGaming am Montag einen höheren Marktwert erzielt als Traditionsunternehmen wie British Airways.
Der erste Kurs wurde bei 125,5 Pence festgehalten, deutlich über dem Ausgabepreis von 116 Pence. Damit waren die Aktien des britischen Unternehmens insgesamt rund acht Milliarden Euro wert.
Zudem muss der weltgrößte Online-Pokeranbieter nun in den britischen Leitindex FTSE aufgenommen werden. Trotz des schwachen Marktumfeldes stieg das Papier am Nachmittag zunächst weiter auf 130 Pence. Unternehmensgründer Anurag Dikshit und andere Eigner nutzten den Börsengang, um insgesamt 20,6 Prozent ihrer Aktien zu verkaufen.
Dreifach überzeichnet
Das Papier sei mehr als drei Mal überzeichnet gewesen, teilte
PartyGaming-Chef Richard Segal mit. Das Unternehmen mit etwa 1.100
Mitarbeitern werde nun vor allem auf Wachstum in Europa und
Australien setzen.
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Zudem sollen das Geschäft mit Bingo und Casino-Spielen ausgebaut und im kommenden Jahr neue Produkte gestartet werden. Wichtigste Einnahmequelle ist die Website PartyPoker.com.
Das jährliche Volumen des Online-Glücksspielmarktes wird auf sieben bis zwölf Milliarden Dollar insgesamt geschätzt. Die Unternehmen trauen der Branche zudem ein Wachstum von 20 Prozent pro Jahr zu.
Der Börsengang des Unternehmens mit Sitz in der britischen Kronkolonie Gibraltar war von Sorgen begleitet gewesen, es könnte seinen wichtigsten Markt USA durch Strafverfolgung verlieren. Dem Aktionärsprospekt zufolge riskierten die Manager der Firma, festgenommen zu werden, wenn sie in das Land reisten.
Die Gefahr durch die US-Behörden für das Geschäft von PartyGaming bewerten Analysten jedoch unterschiedlich.
