Sony BMG: Ablöse für Clive Davis

musikbranche
18.04.2008

Umbau in der Vorstandsetage

Der Musikkonzern Sony BMG hat einen Schnitt im Topmanagement gemacht. Der 76 Jahre alte Musikmanager Clive Davis, der Stars wie Whitney Houston, Alicia Keys und zuletzt Leona Lewis groß gemacht hat, ist nicht mehr für die BMG Label Group mit Plattenlabels wie Arista, RCA und Jive verantwortlich.

Ferner verlassen das Sony-BMG-Vorstandsmitglied Tim Bowen und Davis' Stellvertreter bei der BMG Label Group, Charles Goldstuck, das Unternehmen.

Davis wird Chief Creative Officer

An die Stelle von Davis werde Barry Weiss [49] treten, Chef der konzerneigenen Zomba Label Group, teilte der Musikkonzern weiter mit. Ihm sagen US-Medien eine größere Nähe zu junger Musik und größere Kompetenzen im Kostenmanagement nach.

Davis, der in der Musikindustrie und bei vielen Künstlern wegen seiner Jahrzehnte währenden Erfolge und Erfahrung als Institution gilt, werde künftig als Chief Creative Officer für Sony BMG arbeiten. In dieser Rolle solle er weiter mit Künstlern zusammenwirken und direkt an Sony-BMG- Vorstandschef Rolf Schmidt-Holtz berichten.

Vor rund zehn Jahren hatte sich die damalige Bertelsmann Music Group [BMG] bereits einmal von ihrem Topmanager und Arista-Gründer Davis getrennt. Davis hatte dann das schnell erfolgreiche Musiklabel J gegründet. BMG ging mit J im Jahr 2000 ein Joint Venture ein und holte Davis wieder in führender Funktion an Bord.

Musikbranche im Wandel

Sony BMG leidet wie alle großen Firmen der Musikindustrie unter dem Strukturwandel in der Branche. Weil immer weniger CDs verkauft werden und der steigende Verkauf von Musik über das Internet die Einbrüche bei den Tonträgern bisher nicht wettmachen konnte, gehen die Umsätze seit Jahren deutlich zurück. Sony BMG ist die weltweite Nummer zwei nach Universal Music.

(dpa)