Wenn Medienmanager träumen
In der aktuellen Ausgabe der "Zeit" plaudert Thomas Middelhoff, Bertelsmann-Chef mit Napster-Affinität, eine ganze Seite über "seinen Traum".
Der "Traum" bleibt zwar völlig unklar, aber dafür erfährt man eine Reihe bemerkenswerter Dinge über das Innenleben [oder das, was die Öffentlichkeit dafür halten soll] eines der mächtigsten Medien-Manager dieser Tage.
Der "Traum" im VolltextMiddelhoff im O-Ton
"Als ich die Berufung zum Vorstandsvorsitzenden bekam, schrieb mir ein Freund: 'Wenn die römischen Feldherren von einem Sieg nach Hause kamen, wurde ihnen für die Siegesprozession ein Sklave auf den Streitwagen gestellt, der ihnen ins Ohr flüsterte: Bedenke, auch Du bist sterblich. Ich wünsche Dir, dass Du das nie vergisst.'"
"Ich bin katholisch erzogen, war Messdiener, habe es sogar bis zum Oberministranten gebracht. Das hatte den Vorteil, dass ich immer von den anderen einen Schokoriegel bekam, damit sie nicht in der Sieben-Uhr-Messe dienen mussten - ich machte damals den Messdienerplan."
"Wollen wir nur aalglatte Typen, die alles unter Kontrolle haben? Oder darf man auch mal innehalten und nachdenken? Ein Mensch in meiner Position sollte sich nicht für wichtiger halten als das, wofür er verantwortlich ist: für sein Unternehmen - und für einen Leistungsbeitrag zur Gesellschaft."
"Wenn Sie nur den Shareholder-Value verfolgen, dann kreieren Sie ein inhaltsleeres, ziellose, wertloses Unternehmen. Sie werden irgendwann ausgebrannte Mitarbeiter haben, die sich fragen, warum und wofür sie überhaupt arbeiten. Der Wert eines Unternehmen bemisst sich nicht nur nach seinem Börsenwert, nach dem Unternehmensgewinn oder nach irgendwelchen Kurven, sondern danach, ob es wirklich shared values gibt."
Middelhoff Biographie
