St. Isidor soll Internet-Schutzpatron werden
Papst Johannes Paul II. erwägt, den Heiligen Isidor von Sevilla zum Schutzpatron der Internet-Nutzer und Computer-Programmierer zu ernennen. Das wurde aus gut informierten Kreisen im Vatikan verlautbart.
St. Isidor war bereits vor zwei Jahren für diese Funktion ins Gespräch gebracht worden, doch eine endgültige Entscheidung des Kirchenoberhauptes stand bis heute aus.
Was weiters für eine Festlegung auf Isidor spricht, ist, dass die ursprüngliche Forderung nach einem Schutzheiligen des neuen Mediums aus dem spanischen Klerus kam.
Who is St. Isidor, Freund der Heiden
Isidor von Sevilla [570-636], wurde weniger wegen seiner
theologischen Schriften, sondern vielmehr wegen seiner Verdienste um
die Überlieferung und Pflege der "heidnischen" Literatur der Antike
berühmt. Viel bekannter als seine theologischen sind seine profanen
Schriften, als da überliefert sind: seine "Etymologiae", ein
Handbuch des zeitgenössischen Wissens. Isidors "Chronica" behandeln
die Geschichte der Westgoten, Vandalen und Sueven.
VatikanKandidat 2: Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand
Auch der Heilige Borromäus wurde dafür bereits ins Spiel gebracht. Seine Verdienste um die Bekämpfung der Pest prädestinierten Karl Borromäus nicht nur zum Schutzheiligen gegen Viren, mit dem harten Kern der Internet-Community verbinde ihn zusätzlich, dass er sich "buchstäblich zu Tode gearbeitet" habe.
"Der Heilige Karl Borromäus wäre als Schutzheiliger genauso qualifiziert wie Sankt Isidor", meinte Österreichs Medienkaplan August Paterno bereits vor zwei Jahren im Gespräch mit der FutureZone.
Als Erzbischof von Mailand sei Karl Borromäus vor allem im Bereich Knowledge Management aktiv gewesen, nämlich im Aufbau von Bibliotheken und der unermüdlichen Verbreitung von Literatur.
Vor allem spanische Gläubige hatten in letzter Zeit verstärkt nach einem Schutzheiligen für das Netz verlangt.
Vatikan seit 1996 im Netz
Seit 1996 ist der Vatikan online und hat seitdem mehrere tausend Dokumente der katholischen Kirche und Ansprachen des Papstes veröffentlicht. Die Architektur der Website ist auf drei leistungsstarke Host-Rechner verteilt, die nach den Erzengeln Raphael, Michael und Gabriel benannt sind. Seit 1998 werden im Internet die Sonntagsgebete des Papstes in Bild und Ton übertragen.
