Neuer Kopierschutz offiziell schwach
Wie angekündigt werden die künftigen Programmversionen von Windows und Office einen Mechanismus enthalten, der ein unkontrolliertes Weitergeben der Daten an Dritte verhindere.
Microsoft reagiere damit auf die wachsende Produktpiraterie, die allein in Deutschland der Computerindustrie jährlich einen Schaden von 639 Millionen Euro verursache, sagte Jutta Herzog, Managerin für Raubkopienbekämpfung bei Microsoft Deutschland.
Für Herzog bedeutet das ein "nicht mehr tolerierbares Ausmaß".
Microsoft räumte ein, dass auch die neue Software illegale Kopien "technisch nicht unmöglich" macht. Das Unternehmen erwarte aber, dass die persönliche Hemmschwelle steige, wenn man sein Produkt anmelden müsse.
"Künftig können die Softwareprodukte nicht auf beliebig vielen Computern installiert und gestartet werden", verkündet Microsoft Österreich in einer Aussendung. "Das trägt zur Verringerung von Softwarepiraterie durch mehrfach genutzte Lizenzen bei."
Microsoft gegen Software- und MusikpiratenEinzel-Aktivierung
Die neue Softwaretechnik soll weltweit eingeführt werden, nachdem das Unternehmen diese so genannte "Produktaktivierung" vor zwei Jahren in sechs Ländern getestet hatte.
Privatnutzer und Firmen müssten sich ihre Microsoft-Software dann einzeln aktivieren lassen, bevor sie ans Netz gehen könnten.
Computerexperten kritisieren die Produktaktivierung als zu bürokratisch. Wer sich die Technik am Telefon aktivieren lassen will, muss dem Mitarbeiter der Hotline etwa eine 48-stellige Nummer angeben, die so genannte Identitätsnummer. Anschließend soll noch eine neunstellige Buchstabenkombination zur Gegenidentifizierung folgen.
Microsoft bei Piratenjagd ohne ErfolgKein Hürdenlauf für Konsumenten?
Microsoft sieht in der Produktaktivierung keinen Hürdenlauf für Konsumenten. Die Erfahrungen in den USA zeigten, dass die Freischaltung der Software nur wenige Minuten dauere, so Herzog.
Für Firmen will Microsoft Sonderregelungen mit Rabatten einräumen. Vor allem mittelständische Unternehmen befürchten, dass die weit verbreiteten Microsoft-Produkte zu teuer werden könnten, wenn für jeden Büro-PC eine Lizenz erforderlich wird.
