22.02.2001

WINDY ROADS

Bildquelle: Apple

Apple mit gravierenden Absatzproblemen

Der Computerkonzern Apple, Hersteller von bunten und schnellen Rechnern, hat mit ernsten Absatzschwierigkeiten zu kämpfen.

Die neuesten Zahlen des US-Marktbeobachters PC Data verheißen nichts Gutes. Die herkömmlichen Verkäufe von Desktop-Rechner sind im Jänner 2001 verglichen mit dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 62 Prozent gefallen. Zusammen mit dem Direktversand ergibt sich immer noch ein Minus von 40 Prozent.

Auch bei Notebooks gibt es nichts Erfreuliches zu berichten - die Verkäufe sind um 36 Prozent abgerutscht.

Auch Notebooksektor betroffen

Die Umsätze im Notebooksektor sind branchenweit um neun Prozent gefallen. Von den großen Herstellern konnten einzig Sony und Hewlett-Packard zulegen. Wenigstens hier hat Apple Mitstreiter: Compaqs Notebook-Verkäufe sind um 41 Prozent, diejenigen von Toshiba um 33 Prozent gefallen.

Apples größtes Problem ist die mangelnde Verfügbarkeit frischer Hardware. Vor allem das neue G4 Powerbook ist bis dato kaum erhältlich. Die neuen Power-Mac-G4-Maschinen, die auf dem PowerPC-7450-Chip basieren ["G4 Plus"], werden erst jetzt ausgeliefert.

Gleichzeitig hat Apple versucht, alte Hardwarebestände abzubauen. Ein für elf Wochen Bestand ausgelegtes Lager konnte bereits abgebaut werden, meldete Apple vergangenes Monat.

Profis greifen weiterhin zu frischer Ware

Die Konsumenten, meint PC-Data-Analyst Stephen Baker, seien aber gerade jetzt weniger interessiert an Billigprodukten als vielmehr an Topmaschinen mit mehr Features. Das bedeutet aber auch, dass Profiuser weiterhin neue Hardware kaufen, während dies bei Erstusern nicht der Fall ist.

Neue Produkte anlässlich der MacWorld Expo

Eine aufgefrischte Produktpalette, die zur Abwechslung auch lieferbar ist, könnte Apple aus der Bredouille retten. Heute Früh [2.00 Uhr] stellte der charismatische Apple-CEO Steven Jobs anlässlich der MacWorld Expo in Tokio neue Produkte vor.

iMacs mit CD/DVD-Brennern, schlanke und schnellere iBooks sowie eine neue MacOS-X-Version standen auf dem Speisezettel der Gerüchteküchen.

Präsentiert wurden schließlich neue iMacs mit eingebauten CD-Brennern. Steve Jobs, der erstmals mit Krawatte präsentierte, führte gleichzeitig zwei neue psychedelische Farbmuster für die Desktop-Rechner ein.

Das Topmodell kann mit 600 Megahertz Taktfrequenz aufwarten, das Einstiegsmodell mit 400. Gleichzeitig wurde der Preis für den Entry-Level-iMac um 100 auf 899 USD angehoben.