26.02.2001

KOOPERATION

Bildquelle: FuZo

Maßnahmenbündel gegen IT-Fachkräftemangel

Der IT-Fachkräftemangel der österreichischen Wirtschaft sei mittelfristig zur Gänze durch heimische Arbeitskräfte abdeckbar, ist der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ], Christoph Leitl, überzeugt.

Um dieses "sehr, sehr ambitionierte", aber "durchaus machbare" Ziel zu erreichen, müssten die heimischen Ressourcen, Talente und Begabungen ausgeschöpft werden, forderte Leitl bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit dem Vorstand des Arbeitsmarktservice [AMS] heute in Wien.

"Wir rufen nicht sofort nach der Green Card", so Leitl, "zuerst sollten alle inländischen Möglichkeiten ausgenutzt werden."

AMS und Wirtschaftskammer kooperieren

Da es sich beim IT-Fachkräftemangel um ein "existenzielles Thema" der heimischen Wirtschaft handle, sei die WKÖ eine Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice [AMS] eingegangen.

In Wien wird ein Pilotprojekt zur Umschulung von arbeitslosen Junglehrern starten.

Weiters will der Wirtschaftskammerpräsident die Zahl der Absolventen von Fachhochschulen von derzeit 1.000 auf 3.000 steigern. Weil kurzfristig aber nur eine Steigerung um rund 30 Prozent möglich sei, hält Leitl höhere Investitionen der öffentlichen Hand in die Fachhochschulen für nötig.

IT-Lehrlingsausbildung soll intensiviert werden

Einen weiteren wichtigen Ansatzpunkt zur Beseitigung der IT-Qualifikationslücke sieht Leitl im Primärschulbereich selbst. Dazu seien aber genug qualifizierte Lehrer erforderlich. Die Wirtschaftskammer sei auch bereit, bei Sommerschulen oder Kollegs - einer Kooperation von Wirtschaft und Schulen - mitzuwirken. Derzeit spieße es sich hier hautptsächlich bei Fragen der Besoldung, sagte Leitl.

"Distant Learning" soll schmackhaft gemacht werden

Weitere Ansatzpunkte der Zusammenarbeit zwischen AMS und WKÖ sieht Leitl in der generellen Steigerung der Beschäftigtenquote.

Vor allem Frauen und Wiedereinsteiger sollten motiviert und die Möglichkeiten des "Distant Learning" etwa in der Karenzzeit genutzt werden.

Das Mitwirken der Betriebe möchte Leitl in erste Linie über "Einsicht" gewinnen. Anreize, etwa steuerlicher Art, werden nicht "matchentscheidend" sein, meinte Leitl.