Telecom Italia, Milosevic und die CIA
Der Skandal um die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen der Telecom Italia an das Regime von Slobodan Milosevic bei der Übernahme einer 29-prozentigen Beteiligung an der serbischen Telekom im Jahr 1997 sorgt für Spannungen zwischen Rom und den USA.
Das US-Außenministerium wies am Wochenende den Vorwurf des italienischen Außenministers Lamberto Dini zurück, wonach der Geheimdienst CIA Drahtzieher des Skandals um die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen gewesen sei.
Telecom Italia finanzierte MilosevicGeheimdienste und Dementis
"Italien ist ein alter und vertrauter Partner, mit dem wir in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet haben, um Frieden und Stabilität auf dem Balkan zu errichten. Wir sind sehr enttäuscht, dass Außenminister Dini diese durchaus unbegründeten Aussagen vor dem italienischen Parlament gemacht hat", betonte ein Sprecher des State Department.
Washington reagierte damit auf Dinis Aussagen, denen zufolge "Handwerker der CIA" hinter dem Skandal steckten, da die USA Italiens autonome Balkan-Politik nicht befürworteten.
Die amerikanische Reaktion zwang Dini zu einem Rückzieher: "Ich habe niemals die US-Regierung beschuldigt, der Zeitung 'La Repubblica' Dokumente geliefert zu haben", betonte Dini Medienberichten vom Sonntag zufolge.
