21.03.2001

ENERGIEKRISE

Bildquelle: FuZo

Neue Stromausfälle in Kalifornien

Die Behörden des US-Bundesstaates Kalifornien haben erneut Stromabschaltungen auf breiter Front angeordnet. Wegen der Energiekrise wurde erstmals seit Jänner wieder die Alarmstufe drei ausgerufen. Diesmal waren rund 500.000 Haushalte betroffen. Bei den ersten Abschaltungen im Jänner blieben fast 700.000 Haushalte zeitweise ohne Strom.

Verantwortlich für die neuerlichen Abschaltungen waren zum einen routinemäßige Wartungsarbeiten, zum anderen unerwartete Defekte in kalifornischen Kraftwerken. Dem stand ein wegen hochsommerlicher Temperaturen extrem hoher Verbrauch durch Klimaanlagen gegenüber.

Der Vizepräsident der Regulierungsbehörde California ISO, James Detmers, sprach von den längsten Stromunterbrechungen, die er je erlebt habe. Die Behörde rechnet mit weiteren rotierenden Abschaltungen von jeweils einer Stunde Dauer.

Energiekrise wird über den Sommer andauern

Kalifornien wird nach Einschätzung der Behörden den ganzen Sommer über mit Energiekrisen leben müssen. Anscheinend verzichten einige Kraftwerke wegen der stark gestiegenen Preise auf den Einsatz von Gas zur Stromgewinnung und verschärfen so die Situation zusätzlich.

Zu der Energiekrise kam es, nachdem zwei der größten Stromanbieter des Bundesstaates, Pacific Gas and Electric [PGE] und Southern California Edison, wegen der Liberalisierung des Strommarktes und der höheren Preise an den Rand des Bankrotts geraten waren.

Jospin gegen EU-Liberalisierungspläne

Der französische Ministerpräsident Lionel Jospin hat den Plänen der EU-Kommission eine Absage erteilt, die Energiemärkte in der EU bis 2005 für den Wettbewerb zwischen den Versorgern und ab 2007 für die Konsumenten zu öffnen.

Jospin sprach sich bei einem Besuch im EU-Hauptquartier vor der Presse für eine "kontrollierte Liberalisierung" aus. Daten seien nicht ausschlaggebend, wichtiger sei ein umfassendes Konzept zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung und für die Netzbetreiber.