Neue Stromausfälle in Kalifornien
Die Behörden des US-Bundesstaates Kalifornien haben erneut Stromabschaltungen auf breiter Front angeordnet. Wegen der Energiekrise wurde erstmals seit Jänner wieder die Alarmstufe drei ausgerufen. Diesmal waren rund 500.000 Haushalte betroffen. Bei den ersten Abschaltungen im Jänner blieben fast 700.000 Haushalte zeitweise ohne Strom.
Verantwortlich für die neuerlichen Abschaltungen waren zum einen routinemäßige Wartungsarbeiten, zum anderen unerwartete Defekte in kalifornischen Kraftwerken. Dem stand ein wegen hochsommerlicher Temperaturen extrem hoher Verbrauch durch Klimaanlagen gegenüber.
Der Vizepräsident der Regulierungsbehörde California ISO, James Detmers, sprach von den längsten Stromunterbrechungen, die er je erlebt habe. Die Behörde rechnet mit weiteren rotierenden Abschaltungen von jeweils einer Stunde Dauer.
Energienotstand erst Ende Februar aufgehoben
Ende Februar glaubte man noch an eine Entspannung der Situation
und hob den Energienotstand, der Anfang Jänner verhängt wurde, auf.
Den ganzen Montag über galt nun wieder Alarmstufe drei, die verhängt
wird, wenn die Energiereserven unter 1,5 Prozent fallen.
Das Silicon Valley in der EnergiekriseEnergiekrise wird über den Sommer andauern
Kalifornien wird nach Einschätzung der Behörden den ganzen Sommer über mit Energiekrisen leben müssen. Anscheinend verzichten einige Kraftwerke wegen der stark gestiegenen Preise auf den Einsatz von Gas zur Stromgewinnung und verschärfen so die Situation zusätzlich.
Zu der Energiekrise kam es, nachdem zwei der größten Stromanbieter des Bundesstaates, Pacific Gas and Electric [PGE] und Southern California Edison, wegen der Liberalisierung des Strommarktes und der höheren Preise an den Rand des Bankrotts geraten waren.
Die Stromversorger dürfen die steigenden Kosten nicht auf die Verbraucher umlegen. Bereits seit vergangenem Sommer ist in Kalifornien, dem mit 33 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat, wegen der neuen Energiepolitik der Strom knapp.
Pacific Gas and Electric [PGE]Jospin gegen EU-Liberalisierungspläne
Der französische Ministerpräsident Lionel Jospin hat den Plänen der EU-Kommission eine Absage erteilt, die Energiemärkte in der EU bis 2005 für den Wettbewerb zwischen den Versorgern und ab 2007 für die Konsumenten zu öffnen.
Jospin sprach sich bei einem Besuch im EU-Hauptquartier vor der Presse für eine "kontrollierte Liberalisierung" aus. Daten seien nicht ausschlaggebend, wichtiger sei ein umfassendes Konzept zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung und für die Netzbetreiber.
Probleme bei der Energieversorgung wie etwa in Kalifornien müssten vermieden werden. Die französische Regierung ist in der Frage eines Endes der Monopole vor allem mit Blick auf die Electricite de France [EdF] zurückhaltend.
Electricite de France
