Nutzerängste bremsen Online-Banking

studie
07.02.2006

Österreich liegt bei der Nutzung von Online-Banking EU-weit mit rund einer Million Kunden im Mittelfeld. Bankgeschäfte zu Hause vom PC aus zu erledigen ist zwar bequem, das Wachstum wird aber von Sicherheitsbedenken gebremst.

Während in Finnland, Norwegen und Estland 70 bis 80 Prozent der Internet-Nutzer ihre finanziellen Transaktionen online abwickeln, sind es in Rumänien, Bulgarien und Griechenland weniger als zehn Prozent.

Insgesamt liegen die EU-25-Länder mit 36 Prozent noch deutlich hinter den USA [44 Prozent], Österreich findet sich mit 30 bis 40 Prozent im europäischen Mittelfeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Deutsche Bank Research.

3,5 Millionen Österreicher nutzen laut einer Erhebung der Statistik Austria das Internet, das bedeutet: Die Zahl der Online-Banker beläuft sich auf geschätzte 1,05 bis 1,4 Millionen.

Über die Hälfte [58 Prozent] der Österreicher zwischen 16 und 74 Jahren nutzen privat und/oder beruflich das Internet.

Sicherheitsbedenken als Abschreckung

Als größtes Hindernis für Online-Banking werden in der Studie vor allem Sicherheitsbedenken genannt. Die Bedrohung von Phishing-Angriffen, Identitätsdiebstahl und Co ist auch hier zu Lande bereits alltäglich.

Die einzige Ausnahme stellt dabei Frankreich dar, wo trotz diesbezüglicher Vorbehalte rund 45 Prozent der Internet-Nutzer ihre Bankgeschäfte online erledigen.

Die Sicherheitsbedenken gehen der Studie zufolge allerdings nicht auf schlechte Erfahrungen zurück, da laut den Angaben kein Zusammenhang zwischen tatsächlichen Fällen von Datenmissbrauch im jeweiligen Land und der Nutzung besteht.

Neben der Sicherheit sind für Bankkunden, die ihre Transaktionen im Web erledigen, vor allem günstigere Gebühren und die Möglichkeit zur Interaktion von Bedeutung.

Erst letzte Woche war erneut eine Phishing-Welle über Österreich geschwappt, die Raiffeisen- und BA-CA-Kunden im Visier hatte.

Nutzung auch bei Älteren beliebt

Online-Banking wird nicht nur von jungen Kunden genutzt. Der Anteil der User, die ihre Finanzen elektronisch verwalten, nimmt mit dem Alter praktisch nicht ab.

Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es rund 42 Prozent, bei den 45 bis 54-Jährigen 37 Prozent. Personen zwischen 65 und 74 Jahren nutzen bereits wieder zu 41 Prozent Online-Banking. Dabei ist die Internet-Verbreitung unter älteren Menschen deutlich geringer als bei den Jungen.

Die Nutzung von Online-Shopping und Online-Banking gehen Hand in Hand. Wer im Internet einkauft, erledigt auch gleich seine finanziellen Angelegenheiten, so Deutsche Bank Research.

Die Deutschen sind in Europa nach einer jüngsten Studie Spitzenreiter in Sachen Online-Einkauf.